Impuls
Wissen und Fähigkeiten vernetzen

Jede Stadt ist ein Wissenspool. Jede*r Einzelne bringt verschiedenste Erfahrungen und vielseitige Fähigkeiten mit. Hier schlummert ein immenses Potenzial, das aktiviert werden sollte. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie Projekte und Lösungen interdisziplinär und oft unter Beteiligung überraschender Akteur*innen entwickelt wurden. Die systematische Erfassung und Vernetzung der verschiedenen Wissensbereiche können ein Weg zu neuen innovativen Formen der Zusammenarbeit sein.

Die Pandemie hat uns zu neuen Problemlösungs-Strategien gezwungen. Sie werden möglich, weil bestimmte Ressourcen frei werden und einer neuen Wertschöpfung zugeführt werden – sei es durch Zeitarbeit, Arbeitslosigkeit oder Berufsverbot. Dies bezieht sich nicht nur auf Orte und deren Umnutzung, sondern auch auf menschliche Erfahrungen und Fähigkeiten. Oft sind es individuelle oder private Initiativen, die den Bedarf nach neuen Lösungen sehen und in Eigenregie loslegen. Es gibt aber auch Projekte, die von Städten selbst initiiert wurden.

 

Best Cases

Zitate aus den Interviews

„Langfristig hängt die Entwicklung wirklich davon ab, wie sich die Akteure vor Ort neu erfinden: Welche Allianzen können sie schließen, welche neue Koproduktion oder Kooperation eingehen?“

Marion Klemme

„Ein Bündnis unterschiedlicher Denker*innen verschiedener Richtungen und mit unterschiedlichen Herkünften, das wäre interessant und kann neue Perspektiven eröffnen.“

Amelie Deuflhard

„I think collaborations within communities are going to be something extremely important. And that will be added into everything here, like the green and nature, and culture, and open spaces, and work and production. We need to create better kinds of teamwork and collaborations.“

Jenny Grettve

„Im März, April 2020 waren einige meiner Kollegen, die sonst internationale Medienarbeit machen, in das Rathaus abberufen und haben dort geholfen, den Social-Media-Bereich besser aufzustellen und den wenigen Kollegen, die dafür zuständig waren, beiseite zu springen. Und auch dieser Dialog und der Austausch zwischen verschiedenen Ämtern und Behörden ist extrem wichtig.“

Svenja Holst-Runge

Materialien
Was du jetzt direkt machen kannst

Übung: Allianzen schmieden

Das braucht Ihr: gute Leute mit unterschiedlichen Hintergründen und Erfahrungen

Komplexe Probleme, sei es eine Pandemie, die zunehmende soziale Ungleichheit oder der Klimawandel, erfordern multiperspektivische Lösungen. Städte müssen sich deshalb die Frage stellen: Wie können wir interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern? Wie können wir Silos aufbrechen und Wissen teilen? Stadtmacher*innen in Behörden, Organisationen, Unternehmen, Kollektiven und Vereinen sind hier in der Verantwortung, Kollaborationen zu initiieren, Schnittstellen zu externen Expert*innen herzustellen und eine transparente Zusammenarbeit über Team-, Unternehmens-, und Stadtgrenzen hinweg zu fördern.

Diese Übung ist von Working Out Loud inspiriert, einer von John Stepper entwickelten Methode, um Beziehungen aufzubauen, Wissen zu teilen und das eigene Mindset zu erweitern. Dabei sind fünf Prinzipien wirksam: Beziehungen (Relationships), Großzügigkeit (Generosity), sichtbare Arbeit (Visible Work), zielgerichtetes Verhalten (Purposeful Discovery), wachstumsorientiertes Denken (A Growth Mindset). In sogenannten WOL Circles bearbeiten vier bis fünf Personen über 12 Wochen einmal pro Woche eine Stunde lang vorgegebene, kostenfrei verfügbare Coaching-Übungen aus den Circle Guides.

Step 1: Definiert Euer Lernziel

Überlegt Euch dafür: Was möchtet Ihr erreichen? Was sucht Ihr? Möchtet Ihr in ein neues Thema eintauchen, Menschen treffen, die das machen, was Ihr gerne tun möchtet oder neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit ausloten? Woran möchtet Ihr arbeiten und worin besteht Euer Lernziel?

Step 2: Findet Eure Sparring-Partner*innen

Stellt Euch hierfür zunächst die Fragen: Wer hat etwas mit Eurem Ziel zu tun? Sind es
Menschen, die über praktische Erfahrungen in einem bestimmten
Themengebiet verfügen, darüber schreiben oder sprechen? Welches Wissen
steht in Eurer Stadt oder anderswo zur Verfügung und wen müsst Ihr dafür
ins Boot holen? Der nächste Schritt ist, den Kontakt zu den
ausgewählten Personen herzustellen. Fragt Euch dafür auch: Was könnt Ihr
den anderen anbieten? Wie könnt Ihr dazu beitragen, Eure Beziehung zu
vertiefen?

Step 3: Ruft einen Expert*innen-Zirkel ins Leben

Trefft Euch mit vier bis fünf Personen aus unterschiedlichen Disziplinen über 12
Wochen jeweils eine Stunde pro Woche. Tauscht Euch darüber aus, woran
Ihr arbeitet. Damit gebt Ihr anderen die Chance, auf Euren Erfahrungen
aufzubauen, sowie Doppelarbeit und Fehler zu vermeiden. Bietet Feedback
und konkrete Unterstützung an, lernt voneinander, seid neugierig und
offen für andere Perspektiven und schmiedet Allianzen für eine bessere
Stadt.

Eine Bonus-Methode zum Nachlesen